01.11.2017 03:30 | Peppi Schmitt

Eintracht Frankfurt: Sechs Sechser: Warum Kovac im defensiven Mittelfeld die Qual der Wahl hat

Frankfurt Gegen Bremen bieten sich neue Lösungsmöglichkeiten für Probleme im Eintracht-Aufbau. Mutige Töne gibt es auch: „Europa ist möglich.“

Der Frankfurter Trainer Niko Kovac gibt Anweisungen.
Der Frankfurter Trainer Niko Kovac gibt Anweisungen. Bild: Hasan Bratic

Für ein paar Minuten war die Frankfurter Eintracht bei der 1:0-Führung in Mainz am Freitagabend mal Tabellenvierter. Am Ende des zehnten Spieltages, nach dem eigenen 1:1 und den anderen Resultaten, waren die Frankfurter auf den zehnten Platz zurückgefallen. So eng die Bundesliga auch ist, so mutig geben sich der eine oder andere Frankfurter Fußballprofi. „Mit diesem Team ist das internationale Geschäft möglich“, hat zum Beispiel am Montag Mittelfeldspieler Jonathan de Guzman gesagt, aber immerhin eingeschränkt, „dass es ja noch sehr früh in der Saison ist“.

Der Niederländer wies freilich auch auf die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspielen hin. Denn von den 15 erreichten Punkten wurden elf in der Fremde erkämpft und nur vier in der eigenen Arena. Auswärts sei die Eintracht stark, sagt de Guzman, „das müssen wir jetzt zu Hause auch schaffen.“ Die nächste Gelegenheit bietet sich am Freitag (20.30 Uhr) im Heimspiel gegen Werder Bremen.

Das sieht auf den ersten Blick nach einer machbaren Aufgabe aus, denn die Bremer sind Tabellenvorletzter und haben noch kein einziges Spiel in dieser Saison gewonnen. Doch Vorsicht ist geboten, denn nach dem 0:3 gegen den FC Augsburg vom Sonntag wurde Trainer Alexander Nouri entlassen und zunächst einmal durch U-23-Coach Florian Kohlfeldt ersetzt. Die Frankfurter Profis versuchen dem Trainerwechsel beim Gegner nicht viel Bedeutung beizumessen. „Wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren“, sagte de Guzman, „wir haben die große Chance, mit unserem Publikum im Rücken drei Punkte zu holen.“

Immerhin hat Trainer Niko Kovac eine große Spielerauswahl, um eventuellen Konzentrationsmängeln vorzubeugen. Einige Verletzte sind ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Gelson Fernandes könnte eine Alternative sein, auch Makoto Hasebe hat trainiert und will auch mit Blick auf zwei Länderspiele der japanischen Nationalmannschaft unbedingt spielen. Die Trainingspause von Kevin Prince Boateng, der sich mit Adduktorenproblemen plagt, soll nur eine Vorsichtsmaßnahme sein. Und so könnten sich auch die Probleme auf den Positionen vor der direkten Abwehrkette diesmal personell anders lösen lassen als zuletzt. Nach dem 1:1 bei Mainz 05 hatte Kovac noch festgestellt, dass womöglich erst mit der Rückkehr der Langzeitverletzten Omar Mascarell und Marco Fabián mehr spielerische Substanz ins Aufbauspiel kommen wird. Mascarell, so etwas wie Kovacs Wunschkandidat, dreht beim Training noch einsam seine Runden, wird also wie Fabián erst im neuen Jahr zur Verfügung stehen.

Andere aber können gegen Bremen spielen. Mit Boateng und Marc Stendera, die zuletzt in Mainz aufgeboten waren, mit Mijat Gacinovic, auch schon neben Boateng eingesetzt, dem genesenen Fernandes und mit de Guzman und Slobodan Medojevic hat Kovac nun plötzlich sechs gesunde Spieler für die wichtigen Sechserpositionen im defensiven Mittelfeld – und kann wählen, je nachdem für welche taktische Ausrichtung er sich entscheidet.

Kommentare

  • De Guzman
    geschrieben von Ralph64 (27 Beiträge) am

    De Guzman spricht von Europa.
    Das hört sich gut an.
    Fakt ist aber leider auch, dass
    die Mannschaft ohne ihn deutlich stärker ist.



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