20.03.2017 03:30 | Klaus Veit

Eintracht Frankfurt: Wichtiger Punkt trotz Ladehemmung

Frankfurt Nach fünf Niederlagen zählte am Samstag beim Remis gegen den HSV hauptsächlich das Ergebnis. Deshalb war man bei den Frankfurtern mit der Partie zufrieden. Spielerisch kann man den Auftritt der Eintracht jedoch nicht als Erfolg verbuchen.

Der Punkt ist den Frankfurtern sicher. Spielerisch hat die Eintracht gegen den HSV enttäuscht.

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Der Punkt ist den Frankfurtern sicher. Spielerisch hat die Eintracht gegen den HSV enttäuscht. 18 03 2017 xfux Football 1 Bundesliga Eintracht Frankfurt Hamburg SV emspor v l David Abraham Eintracht Frankfurt DISAPPOINTED DISAPPOINTED looking dissapointed Frankfurt at Main Bild: imago

Hinterher machte am Samstagabend das Wort vom „Grottenkick“ die Runde. Kein Wunder, wenn fast jeder zweite Ball nicht bei einem Mitspieler landete. Die Eintracht hatte eine Passquote von 58 Prozent, der HSV von sogar nur 51 Prozent. Not gegen Elend quasi. Die Frankfurter nach fünf Niederlagen in Folge stark verunsichert, die Hamburger als Drittletzter voll im Abstiegskampf und entsprechend angespannt. „Das war kein Leckerbissen“, gab Gäste-Trainer Markus Gisdol zu. Und Niko Kovac sprach von einem „sehr intensiven Spiel“.


Artikel mit Diashow!Eintracht Frankfurt spielt 0:0 gegen den Hamburger SV

Zufriedenheit herrschte nach dem 0:0 trotzdem auf beiden Seiten. Die Eintracht, so ihr Trainer, habe gegen einen „sehr starken“ HSV die Niederlagenserie beenden können, neues Selbstvertrauen getankt und hofft, nach der Länderspielpause mit mehr gesundem Personal den Negativtrend endgültig zu stoppen. „Derzeit stellt sich die Mannschaft von selbst auf“, stöhnte der Kroate: „Und dadurch kann ich auch taktisch nicht variieren.“

Diesmal musste Marco Russ auch noch Makoto Hasebe kurzfristig ersetzen, weil dem Japaner zumindest eine kleine Knie-Operation bevorsteht (siehe Artikel unten). Trotz Trainingsrückstand hielt der Verteidiger 80 Minuten lang durch und erhielt vom Coach ein Sonderlob: „Das war keine Zwei, das war eine Eins.“ Was jedoch nichts daran änderte, dass die Gastgeber im ausverkauften Stadion vor 51 500 Zuschauern weiter an Ladehemmung leiden. Es gab zwar zwei, drei Chancen, aber nur einen einzigen Schuss aufs gegnerische Tor. Michael Hector scheiterte dabei an HSV-Keeper René Adler (72.). Ansonsten flog der Ball am gegnerischen Gehäuse vorbei wie bei Branimir Hrgotas Schuss (29.) oder Ante Rebics Kopfball (51.).

Die Hanseaten brachten gar das Kunststück fertig, keinen einzigen Schuss aufs gegnerische Tor abzugeben. Ein Zeichen, dass man sich an der Elbe beim Kampf um den Klassenerhalt mehr auf die Heimstärke verlassen muss. Allerdings hätte der HSV auch einen Foulelfmeter erhalten können, als David Abraham den Ball kaum, Filip Kostic dagegen deutlich erwischte (60.). Die Pfeife von Benjamin Cortus blieb still, wie so oft an diesem Tag. Hatten die Frankfurter bei der Elfmeterszene Glück, so hatten sie insgesamt Pech, dass der Referee viele Nickeligkeiten durchgehen ließ. Denn diesmal war es eindeutig der Gegner, der die Zweikämpfe „schmutzig“ gestaltete. Besonders Gideon Jung konnte zufrieden sein, dass er erst in der 67. Minute die erste Gelbe Karte des Spiels sah.

Doch das war keine Erklärung für die fußballerische Armut der Gastgeber, die es viel zu häufig mit langen und hohen Bällen versuchten. Dass mit dem zuvor verletzten Marco Fabian wieder ein Spielmacher auf dem Feld stand, wurde viel zu wenig beachtet: Die Bälle flogen einfach über den kleinen Mexikaner hinweg.

So hat die Eintracht auch nach 25 Spielen nur 26 Tore geschossen, der schwächste Wert aller Teams, die in der Tabelle vor Rang 14 stehen. Es fehlt ein Knipser. Und Alex Meier, der seit Jahren erfolgreichste Schütze der Eintracht, schmorte wieder einmal 84 Minuten auf der Bank, weil er Kovac nicht in das derzeit notwendige taktische Konzept passt. Dass Haris Seferovic beim nächsten Spiel nach abgesessener Rot-Sperre wieder eingesetzt werden kann, dürfte dieses Problem auch kaum lösen.

Doch jetzt ist erst einmal Länderspielpause. Während Gisdol nach sieben Punkten aus drei Spielen mit seinem HSV gerne weiter gespielt hätte, freut sich Kovac auf ein paar ruhige Tage. Die Mannschaft erhielt zwei Tage frei, am Dienstag geht es in den Kraftraum, von Mittwoch an beginnt die Vorbereitung auf dem Rasen fürs nächste Heimspiel am 1. April.

Dann kommt mit Borussia Mönchengladbach nicht nur der nächste Gegner im DFB-Pokal, sondern auch ein direkter Verfolger in der Bundesliga an den Main. So komisch es klingt, das wird ein ganz entscheidendes Spiel. Mit einem Sieg würden die Frankfurter Europacup-Träume wieder auferstehen, mit einer Niederlage ist der Weg ins graue Mittelmaß wohl endgültig vorgezeichnet,

Der Eintracht-Trainer hat indes trotz des Punktgewinns gegen Hamburg den Blick nach oben zumindest vorübergehend ad acta gelegt: „Das nach vorne Schauen interessiert mich nicht. Wir müssen zusehen, die ominösen 40, 41 Punkte zu holen. Denn die Clubs von hinten schieben ganz schön.“

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Kommentare
  • Wer soll die Tore schiessen?
    geschrieben von DerweisseMann (141 Beiträge) am 20.03.2017 19:32

    Schon merkwürdig das keiner der Kommenater der letzten Wochen das beleuchtet was offensichtlich ist? Nämlich das Schrottdirektor Hübner zusammen mit Bobic wieder den großen Stürmerschrott geholt haben. Jede Saison wird nur namenloser bundesligauntauglicher Spreu geholt statt treffsicherer Weizen. Wann endlich ist Schluß damit namenlose ausländische Talente ala Kadlec, Fenin usw zu holen? Wenn man jetzt den Fehler macht 3,2 Millionen für einen Rebic im Klo runterzuspülen für ein einziges Saisontor dann steigen wir nächste Saison ab. Aber die Fans hier freuen sich ja über jeden Müll der geholt wird. Da gehört schon auch viel Talent dazu immer die größten Totalflops vor allem bei den Möchtegernstürmern zu holen. Aber wir Faqns sind schon so abgestumpft das wie die auch noch bejubeln für 3 bis 5 Saisontore. Egal wer bei uns im Sturm spielt man kann sicher sein das keiner trifft. Meier scheint mit 34 Jahren endgültig kurz vor der Rente zu stehen. Erschreckend das er mit 5 Toren noch führt.



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