Gegen Bayern Müchen

Getrübte Abschiedsvorstellung des 1. FFC Frankfurt

Von Katja Sturm
Enttäuscht: Desirée Schumann.
Oliver Zimmermann (imago sportfotodienst)/FNP

Ihr letztes Fußballspiel hatte sich Desirée Schumann wahrlich anders vorgestellt. Erst sah die Torhüterin des Bundesligisten 1. FFC Frankfurt, die sich in den sportlichen Ruhestand verabschiedet, beim einzigen Treffer der finalen Saisonpartie gegen den FC Bayern München nicht gut aus. Den von Sara Däbritz in der 26. Minute aus mehr als 30 Metern geschossenen Ball ließ sie reaktionslos kurz vor dem Tor aufsetzen und ins Netz gehen. Dann musste sich die Keeperin in der Halbzeit auswechseln lassen: Nach einem Zusammenprall mit der Münchnerin Dominika Skorvankova bestand Verdacht auf einen Rippenbruch.

„Natürlich war das nicht so geplant“, erklärte Schumann, die vor dem Anpfiff gemeinsam mit sechs weiteren Akteurinnen der Hessinnen, Kathrin Hendrich, Sophie Schmidt, Lily Agg, Nadine Anstatt, Celine Brandt und Kumi Yokoyama, verabschiedet worden war. Aber man müsse in so einem Verletzungsfall im Sinne der Mannschaft entscheiden.

Die 0:1 (0:1)-Niederlage der Gastgeberinnen gegen den Tabellenzweiten vor 1910 Zuschauern im Stadion am Brentanobad war dennoch nicht zu verhindern. Immerhin konnten die einst so erfolgsverwöhnten Frankfurterinnen als Sechste die Spielzeit in der oberen Hälfte beenden, da der nur einen Punkt dahinter lauernde SC Sand gleichzeitig in Potsdam unterlag.

„Ein Punkt wäre nicht unverdient gewesen“, betonte FFC-Trainer Niko Arnautis. Zwar hätten die Gäste, bei denen Coach Thomas Wörle den etwas zu hohen und trockenen Rasen in Frankfurt monierte, in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel gehabt. Aber nach der Pause hatte sich das Bild gewandelt, hatte seine Elf „zwei bis drei gute Momente“, aus denen Treffer hätten erzielt werden müssen. Als positives Fazit blieb allerdings nur, dass das Team bis zum Abpfiff eine „leidenschaftliche Vorstellung“ geliefert und „Vollgas gegeben“ habe.

Genau das hatte Manager Siegfried Dietrich die gesamte Spielzeit über gefallen. Und daran soll auch in der kommenden Saison angeknüpft werden – mit einem etwas kleineren Kader, den Arnautis gemeinsam mit ihm in Fleißarbeit zusammengebastelt habe. Fünf Neuzugänge stehen darin offiziell schon fest, vermutlich zwei Spielerinnen sollen noch unterschreiben: eine Torhüterin sowie eine weitere Leistungsträgerin, die man laut dem Trainer mit der FFC-Philosophie zu überzeugen gedenkt. Die Einkäufe sollen die Abgänge so gut wie möglich kompensieren und den Club weiter voranbringen, wobei dies nicht am Tabellenplatz festgemacht werde. Es gehe darum, eine positive Entwicklung zu sehen, betont der 38-jährige Arnautis. Dazu gehört, die Talente, auf die der FFC aus finanziellen Gründen vermehrt setzt, zu „richtig guten Bundesligaspielerinnen“ zu formen und in solch knappen Spielen wie dem jetzt gegen die Bayern zu punkten.

Zu den in der vergangenen Woche veröffentlichten Berichten über eine mögliche Fusion des FFC unterm Dach der Frankfurter Eintracht im nächsten Jahr wollte Manager Dietrich nichts mehr sagen. Konkrete Gespräche habe es dazu noch nicht gegeben, und „Stand jetzt“ sei eine Kooperation nicht geplant.

Katja Sturm