11.11.2017 03:30 | Michael Löffler

1. FFC Frankfurt: Wochen der Wahrheit

Frankfurt Morgen gastieren die Frankfurterinnen beim deutschen Meister VfL Wolfsburg – der Tabelle nach ein Duell auf Augenhöhe.

Will auch in Wolfsburg Durchsetzungsvermögen zeigen: Frankfurts Sophie Schmidt (Mitte).
Will auch in Wolfsburg Durchsetzungsvermögen zeigen: Frankfurts Sophie Schmidt (Mitte). Bild: Peter Hartenfelser (imago sportfotodienst)

Der Wind hat sich gedreht. Bis vor acht Jahren war der 1. FFC Frankfurt dem VfL Wolfsburg noch klar überlegen: Fast immer siegten die Hessinnen deutlich. Danach begegneten sich beide Teams eine Zeit lang auf Augenhöhe: Das Duell galt als Gipfel der Frauenfußball-Bundesliga. Und nun ist seit einigen Jahren das Team aus Niedersachsen obenauf: Erst am vergangenen Mittwoch machte der VfL mit einem 4:0-Sieg beim AC Fiorentina Florenz einen großen Schritt in Richtung Champions-League-Viertelfinale, während der 1. FFC in dieser Saison erneut die Qualifikation für das internationale Parkett verpasst hat. Daher treten die Frankfurterinnen am Sonntag (15.30 Uhr) als klarer Außenseiter beim Titelverteidiger an – auch wenn beide Teams in der Bundesliga-Tabelle punktgleich (16) auf den Plätzen drei und vier rangieren.

Für den siebenmaligen Deutschen Meister aus Frankfurt beginnen die Wochen der Wahrheit. Denn die vier Gegner, die zum Abschluss der Hinrunde noch auf das Team von Trainer Niko Arnautis warten, zählen durchweg zur Spitze. Nach Wolfsburg geht es zum Tabellenführer SC Freiburg (19), dann gastiert der Tabellenfünfte SGS Essen (13) in Frankfurt, ehe zum Abschluss der Hinrunde die Partie beim Tabellenzweiten FC Bayern (18) ansteht.

In Wolfsburg gelang dem 1. FFC zuletzt ein torloses Unentschieden. Davor gab es in der VW-Stadt siebenmal nichts zu holen. Der letzte Triumph beim VfL datiert vom 20. September 2009. „In den letzten Jahren sind wir oft mit großem Druck nach Wolfsburg gereist. Schließlich hing nicht selten die Realisierung unserer Saisonziele von dieser Begegnung ab. Diesmal steht nicht das ,Müssen’, sondern das ,Wollen’ im Vordergrund“, meint FFC-Manager Siegfried Dietrich. Sein Team fährt nach dem Unentschieden in Potsdam gestärkt nach Wolfsburg. „Wenn wir das absolute Maximum abrufen und auf die Vorstellung gegen Potsdam noch ein paar Prozent draufpacken, können wir auch den deutschen Meister ärgern“, glaubt Trainer Niko Niko Arnautis. Der 37-Jährige betont aber: „Das ist sicherlich die bislang höchste Hürde in dieser Saison. Der VfL verfügt über den stärksten Kader der Liga und einen der besten in Europa.“

Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch kann – wie einst der 1. FFC Frankfurt zu besten Zeiten – personell aus einem hochkarätigen Kader schöpfen. 19 Nationalspielerinnen aus neun Nationen stehen dem Coach zur Verfügung. Das Prunkstück ist die Offensive, auch wenn Wolfsburg bei der ersten Bundesliga-Niederlage (0:1) vor einer Woche in Freiburg ohne Treffer blieb. Mit einem Torverhältnis von 21:5 kommt der VfL nach sieben Partien immer noch auf einen Schnitt von drei erzielten Treffern.

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