04.09.2017 03:00 | Michael Helms

Sportlich konkurrenzfähig: Arbeit von Trainer Alexander Conrad beim FSV Frankfurt zeigt erste Früchte

Frankfurt Nach zwei Siegen in Folge hat der Fußball-Regionalligist FSV Frankfurt gegen Waldhof Mannheim mit 0:2 verloren. Die Trauer am Bornheimer Hang hielt sich in Grenzen, denn sportlich zeigt der Trend nach oben.

Haltlos: Dreikampf im Strafraum um das begehrte Leder mit dem Mannheimer Benedikt Koep (links) sowie den beiden Frankfurtern Marco Aulbach (oben) und Jesse-Garon Sierck.
Haltlos: Dreikampf im Strafraum um das begehrte Leder mit dem Mannheimer Benedikt Koep (links) sowie den beiden Frankfurtern Marco Aulbach (oben) und Jesse-Garon Sierck. Bild: Hans-Uwe Kellner (pressehaus)

Fabio Algari entwickelt sich beim FSV Frankfurt ganz offensichtlich zum Mann für alle Fälle. Der Jurist, der seit Mitte April dieses Jahres als Insolvenzverwalter die finanzielle Sanierung des langjährigen Zweitligisten voran treibt, begutachtete nach der 0:2-Heimniederlage der Bornheimer gegen Waldhof Mannheim das geschwollene Knie von Angreifer Maziar Namavizadeh, der kurz vor der Pause dieses intensiven Spiels einen bösen Tritt verschmerzen musste.

Der vom rheinland-pfälzischen Oberligisten SV Gonsenheim zum FSV gewechselte Iraner hatte trotz der Beschwerden bis zur 73. Minute durchgehalten, ehe der eingewechselte Kouami Dalmeida ihn ersetzte und Sekunden vor dem Abpfiff fast noch den Ausgleich erzielte hätte. Stattdessen traf kurz nach dieser Szene der Mannheimer Andreas Ivan zum 2:0, nachdem Mirko Schuster in der 69. Minute die Führung für den Aufstiegskandidaten gelungen war.

„Das war eine unglückliche Niederlage“, sagte später Alexander Conrad, der nach dem Sturz des FSV aus der Zweiten Bundesliga hinab in die viertklassige Regionalliga Südwest seit dem Frühsommer dieses Jahres für die sportliche Konsolidierung der Frankfurter verantwortlich ist. Trotz der schwierigen Bedingungen kann der frühere Zweitligaprofi bei seiner heiklen Mission erste Erfolge vorweisen.

„Woche für Woche sieht man, dass es besser wird“, lobt FSV-Präsident Michael Görner die Entwicklung dieser jungen und völlig neu zusammengestellten Mannschaft, die vor knapp 3000 Zuschauern den favorisierten Mannheimern einen bravourösen und lange Zeit ausgeglichenen Kampf geliefert hatte.

Vor allem in der ersten Halbzeit war von einem Klassenunterschied zwischen den Teams mit den unterschiedlichen Zielsetzungen – Mannheim will aufsteigen, der FSV die Klasse halten – nichts zu sehen. „Die Niederlage war ärgerlich, denn es war mehr drin für uns. Wir hätten nach der Pause nur unsere spielerische Linie weiter durchziehen müssen“, sagte Jesse-Garon Sierck, der gemeinsam mit Neuzugang Nestor Djengoue ein verlässliches Duo in der Innenverteidigung bildete. „Wir haben eine junge Mannschaft, die sehr hungrig ist. Mentalität und Einstellung stimmen“, beschrieb der erst 19 Jahre alte Sierck das Binnenklima innerhalb des Kaders, der nach dem schwachen Saisonstart mittlerweile konkurrenzfähig geworden ist. „Wir werden weiter Schritt für Schritt voran kommen“, ist Conrad zuversichtlich, die sportlichen Probleme des FSV Frankfurt mit viel Geduld und harter Trainingsarbeit in den Griff zu bekommen.

Einen langen Atem werden die Verantwortlichen des FSV Frankfurt auch bei der Bewältigung ihrer finanziellen Krise benötigen, obwohl das Insolvenzverfahren vermutlich noch in diesem Monat abgeschlossen wird.

Am kommenden Freitag wird Algari den Gläubigern der FSV Frankfurt Fußball GmbH seinen Insolvenzplan vorlegen. Zu den Hauptgläubigern gehören neben dem Finanzamt und der Stadt Frankfurt unter anderem auch das Aufsichtsratsmitglied Thomas Horn und Görner selbst. Es wird damit gerecht, dass die Gläubiger dem Insolvenzplan zustimmen werden und der FSV damit de facto schuldenfrei wäre. Dieser Umstand würde möglicherweise die Suche nach dem dringend notwendigen Hauptsponsor sowie dem Namensgeber für das Stadion am Bornheimer Hang erleichtern.

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