22.08.2017 03:30 | Stefan Fritschi

FSV Frankfurt: FSV Frankfurt-Trainer: „Die Moral ist intakt“

Frankfurt Der Auftakt der englischen Woche misslang gründlich mit der 0:6-Niederlage im kurpfälzischen Walldorf – und das kurz vor dem 118. Geburtstag des Traditionsvereins. Der Druck auf den FSV Frankfurt steigt, morgen gegen Koblenz zu punkten.

06.08.2017 Frankfurt am Main, Commerzbankarena 1. Bundesliga Fussball Saison 2017/2018 Eintracht Frankfurt Saisoneröfnung Alexander Conrad Cheftrainer FSV Frankfurt

06 08 2017 Frankfurt at Main Commerzbank Arena 1 Bundesliga Football Season 2017 2018 Eintracht Frankfurt Saisoneröfnung Alexander Conrad Head coach FSV Frankfurt

Die Analyse des Spiels auf dem Bildschirm hat bei Alexander Conrad noch mal Unbehagen ausgelöst. „Schlecht verteidigt“ habe seine Mannschaft, sagt der Trainer des Fußball-Regionalligisten FSV Frankfurt. Und das gewiss nicht nur einmal. Nach fünf Treffern bis zur Pause hatten die Walldorfer ihren Torhunger gestillt. In diesen 45 Minuten sei seine Mannschaft regelrecht zusammengefallen. „Ich habe mir all diese Szenen noch mal angeschaut“, sagte Conrad gestern, „doch irgendwann muss man das auch abschütteln.“

Viel Zeit zum Grübeln haben der Trainer und seine Spieler in diesen Tagen auch nicht. Bereits morgen Abend um 19 Uhr ist der Tabellenvorletzte wieder gefordert. Und jeder Kontrahent ist derzeit für sie eine Herausforderung. So auch die TuS Koblenz (15.), die in vier Partien erst zwei Punkte geholt hat und ebenfalls schon unter einem gewissen Druck steht.

Das Team muss möglichst bald aus den Negativerlebnissen lernen und ihre Schlüsse ziehen. Der Walldorfer Wucht konnte der FSV jedenfalls zunächst nichts entgegensetzen. „In der Vorbereitung haben wir nur ein Gegentor bekommen“, deutet Conrad an, dass seine neuformierte Mannschaft mit solchen Situationen noch nicht umzugehen weiß. Freilich auch, weil die wenigen Führungsspieler zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind.

Dünne Spielerdecke

Auf einen davon, Innenverteidiger Alban Sabah, muss Conrad wegen eines Syndesmosebandrisses noch lange verzichtet. Noch etwa zehn Wochen wird der Deutsch-Togolese ausfallen. Immerhin kann der Coach wieder auf Javan Torre Howell setzen, den er in Walldorf noch geschont hatte.

Auch wenn ein zentraler Abwehrspezialist wieder zur Verfügung steht, die Spielerdecke ist mit 19 weiterhin viel zu dünn. „Die Regionalliga ist eine Hausnummer, da gibt es keine einfache Aufgaben. Und nach den Misserfolgen strotzt man nicht vor Selbstvertrauen“, konstatiert Conrad.

Immerhin, das deutet der 50-Jährige an, könnte es bald Verstärkung für die poröse Defensive geben (elf Gegentore in drei Partien). Und der Umworbene ist kein Unbekannter: Nestor Djengoue stand in der Saison 2013/14 im Kader des damaligen Zweitligisten FSV und kam zu zehn Einsätzen. Zuletzt spielte der 26 Jahre alte Kameruner für Wacker Nordhausen in der Regionalliga Nordost, die Thüringer hatten seinen Vertrag aber nach Saisonende nicht verlängert.

Neuer Stürmer gewünscht

Auf der Prioritätenliste steht auch noch ein Stürmer ganz oben. Erst einmal trafen die Bornheimer ins gegnerische Netz, auch diese Bilanz muss verbessert werden, um im Abstiegskampf mithalten zu können. „Plätze stehen in meinem Kader zur Verfügung, aber nicht das Budget“, sagt der gebürtige Frankfurter dazu.

Trotz der schlimmen ersten Halbzeit von Walldorf sei laut Conrad weiter die Moral intakt. „Wir haben Mentalität gezeigt, sonst wäre das Ergebnis noch höher ausgegangen. Nach der Pause hätten wir auch vier Tore schießen können“, sagt er. So viele werden gegen den Club vom Mittelrhein nicht nötig sein, um die ersten Punkte zu holen. „Die Koblenzer sind auf ein physisches Spiel ausgelegt“, glaubt Conrad. Kurios: Die Mannschaft von Trainer Petrik Sander, der einst Energie Cottbus in die Bundesliga hievte, konnte in dieser Saison noch keine Partie in Koblenz austragen, das Oberwerth-Stadion wird umgebaut. Die Punktspiele gegen den SC Freiburg II (1:2) und FSV Mainz 05 II (1:1) fanden in Montabaur sowie Mülheim-Kärlich statt, das DFB-Pokalmatch gegen Dynamo Dresden (2:3) sogar im westsächsischen Zwickau.

(fri)

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