20.10.2017 08:22 | Michael Helms

FSV Frankfurt: FSV gegen den KSV: Zwei Clubs kämpfen um Überleben

Das Duell am Samstag (13 Uhr) zwischen dem FSV Frankfurt und dem KSV Hessen Kassel ist auch das Aufeinandertreffen der zwei Sorgenkinder in der Fußball-Regionalliga Südwest.

Das Logo des FSV Frankfurt. Symbolbild: Imago
Das Logo des FSV Frankfurt. Symbolbild: Imago Bild: imago

Den 25. Mai 2006 werden die meisten Anhänger des KSV Hessen Kassel sicherlich nicht vergessen haben. An jenem Tag beförderte Thorsten Bauer mit seinem Treffer in der 48. Minute den gastgebenden FSV Frankfurt in ein Jammertal, während fast 3000 mitgereiste Fans aus Nordhessen den nicht mehr für möglich gehaltenen Aufstieg in die damals drittklassige Fußball-Regionalliga Süd feierten. 33 Spieltage lang hatten die Bornheimer die Rangliste in der Oberliga Hessen angeführt. Am letzten Spieltag jedoch wurde der KSV, der zwischenzeitlich elf Punkte Rückstand auf den FSV gehabt hatte, für seine Aufholjagd belohnt, siegte 1:0 und stieg dank der besseren Tordifferenz auf.
Viele Gründe zum Feiern hatten die Sympathisanten des KSV später allerdings nicht mehr. Ganz im Gegenteil: Fast schon ein wenig neidisch verfolgte man in den folgenden Jahren, was sich da im Frankfurter Osten in Sachen Fußball abspielte. In der Saison 2007/2008 trafen sich der KSV und der FSV noch zweimal in der Regionalliga, beides Mal spielte man auf Unentschieden, ehe sich die Wege der beiden Vereine für lange Zeit trennen sollten.

Die Nordhessen verpassten damals die Qualifikation für die neu geschaffene Dritte Liga und schafften nicht mehr den Sprung aus der Viertklassigkeit. Dem FSV hingegen gelang das „Wunder von Bornheim“ mit acht Jahren in Folge im Bundesliga-Unterhaus.

Aber wie das nun mal im Leben so ist: Man trifft sich fast immer wieder, dieses Mal in der viertklassigen Regionalliga Südwest, wo beide Clubs um das Überleben kämpfen. Sportlich wie finanziell.

Wenn am Samstag ab 13 Uhr das Heimspiel des FSV Frankfurt gegen den KSV Hessen Kassel ungewöhnlich früh angepfiffen wird, kommt es zu der außergewöhnlichen Konstellation, dass zwei in der Insolvenz befindlichen Clubs aufeinander treffen. Zwei Clubs, ein Problem: Nach Jahren der Misswirtschaft hatten beide Vereine eine erdrückenden Schuldenlast angehäuft, die laufenden Kosten konnten nicht mehr gedeckt werden.

Die Folge: Der FSV meldete am 11. April dieses Jahres Insolvenz an, der KSV vollzog am 13. Juni diesen Schritt, um irgendwie der Schuldenfalle zu entkommen. Die Bornheimer sind in dieser Hinsicht den Nordhessen schon einen Schritt voraus, denn das Insolvenzverfahren des FSV ist im Grunde abgeschlossen. Die Gläubiger haben auf viel Geld verzichtet und im September dem Sanierungsplan zugestimmt. Wenn die offizielle Widerspruchsfrist abgelaufen ist, hat der FSV zumindest diese Hürde genommen.
Ähnlich dürfte es  beim KSV verlaufen, was allerdings nicht heißt, dass die beiden Clubs einer rosigen Zukunft entgegengehen. Beide brauchen dringend Geldgeber, um die Saison sorgenfrei zu beenden. So befindet sich der FSV Frankfurt zum Beispiel immer noch auf der Suche nach einem Namensgeber für das Stadion am Bornheimer Hang. Und ganz nebenbei müssen beide Mannschaften einen Kraftakt hinlegen, um den Klassenerhalt zu sichern. Beide Teams sind derzeit in der Abstiegszone: Kassel ist 17. (8 Punkte), der FSV 15. (11).

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