04.11.2017 19:20 | Von Jens Marx und Frank Kastner, dpa

RB Leipzig feiert „sehr, sehr” wichtigen 2:1-Sieg

Leipzig Der Plan geht auf. Mit den stärksten Mittelfeldkräften auf der Bank beginnt RB Leipzig gegen Hannover 96. Die Einwechslungen von Keita und Forsberg zahlen sich aus. RB mischt wieder ganz vorn mit. Auch, weil Werner trifft. Hannover braucht sich aber nicht grämen.

Leipzigs Timo Werner bejubelt das 2:1 gegen Hannover.
Leipzigs Timo Werner bejubelt das 2:1 gegen Hannover. Bild: Jan Woitas

Nach dem erlösenden Sieg herzte Trainer Ralph Hasenhüttl jeden Spieler einzeln. Das hart erkämpfte erste Erfolgserlebnis am Ende eines Elf-Tage-Extrembelastungstests lässt RB Leipzig zufrieden und stolz in die Länderspielpause gehen.

„Es ist optimal, nach den drei verlorenen Spielen mal wieder gewonnen zu haben”, sagte Kapitän Diego Demme nach dem 2:1 (0:0)-Sieg im Duell mit dem starken Aufsteiger Hannover 96. „Es ist ein sehr, sehr wichtiger und sehr schwer erarbeiteter Sieg”, meinte sein Coach.

Danken hatten beide am Samstag vor allem einem: Timo Werner. Der 21 Jahre alte deutsche Nationalstürmer legte Yussuf Poulsen zum Ausgleich in der 70. Minute auf, den Siegtreffer vor 40 461 Zuschauern in der Red Bull Arena erzielte Werner eine Viertelstunde später selbst. „Er nähert sich langsam wieder seiner Topform”, sagte Hasenhüttl. „Dass das für uns enorm wichtig ist, steht außer Frage.”

Dank Werner und dank einer Leistungssteigerung nach den Einwechslungen seiner Mittelfeldstars Naby Keita und Emil Forsberg mischt RB in der Tabelle mit 22 Punkten weiter ganz vorne mit. Hannover bleibt trotz des zwischenzeitlichen Führungstreffers von Jonathas (56.) bei 18 Zählern.

Es war allerdings ein Kraftakt, den RB vollbringen musste. Selten sah man eine Leipziger Mannschaft sich so mühen, um ins Spiel zu kommen. Sechs Veränderungen hatte Hasenhüttl im Vergleich zum 1:3 in der Champions League beim FC Porto vorgenommen.

Hannover unterband aber das oft gesehene und oft gefürchtete Leipziger Offensiv-Spektakel. „Wir haben versucht, früh im Spielaufbau zu stören. Wir haben sicher nicht alles verteidigen können, aber gar nicht so viel zugelassen”, sagte 96-Trainer André Breitenreiter und machte seiner Mannschaft ein Kompliment: „Wir waren hier heute echt ganz knapp davor, etwas mitzunehmen. Deswegen größten Respekt vor meiner Mannschaft für diese couragierte Leistung, den sie hier absolviert hat.”

Gegen die Klasse der Leipziger reichte es aber nicht. Dabei schien ausgerechnet Werner zunächst das Glück zu fehlen. In Porto hatte der 21-Jährige seine Torflaute nach über einem Monat beendet, in Leipzig wollte er seine Torgefahr unbedingt auch wieder unter Beweis stellen. Nach einem Distanzkracher von Marcel Sabitzer in der 16. Minute scheiterte Werner auch noch am sensationell parierenden Gäste-Keeper und -Kapitän Philipp Tschauner - stand aber eh im Abseits.

Acht Minuten danach zog Sabitzer wieder ab, Werner hielt noch den Fuß hin, stand aber erneut im Abseits. Wütend rannte Sabitzer zu ihm - sein Schuss wäre womöglich auch so im Tor gelandet. Werners letzter Versuch vor der Pause endete nicht mit einem Abseitspfiff, sondern mit krachendem Aluminium. Er traf nur die Unterlatte des 96-Tores.

Viele Chancen boten sich aber auch Hannover erstmal nicht. Das französische Teenager-Duo in der Leipziger Innenverteidigung mit dem 18 Jahre alte Ibrahima Konaté anstelle des rotgesperrten Kapitäns Willi Orban und dem 19 Jahre alten Dayot Upamecano wirkte einzig beim Gegentor durch Jonathas nicht sicher.

Was folgte, war RB-Fußball mit den eingewechselten Forsberg und Keita. Der 22-Jährige aus Guinea, der wegen angeblicher Urkundenfälschung Ärger mit der Leipziger Justiz hat, wurde mit großem Applaus von den Fans begrüßt. „Es war ein bisschen der Plan, Qualität nachzulegen”, erklärte Hasenhüttl. „Wenn die Jungs richtig Spaß haben, spielen sie sich in einen Flow.”

(Von Jens Marx und Frank Kastner, dpa)

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