28.10.2017 19:26 | Von Ulrike John, dpa

Starke Gladbacher beenden mit 3:1 Heimserie von Hoffenheim

Sinsheim Wieder einmal hat eine 1:0-Führung von Hoffenheim nicht zum Sieg gereicht: Gladbach überzeugt in Sinsheim mit gnadenlosem Umschaltspiel und lässt das 1:5 gegen Leverkusen vergessen.

Gladbachs Torschütze Thorgan Hazard (l) jubelt mit seinen Teamkollegen über das Tor zum 1:1.
Gladbachs Torschütze Thorgan Hazard (l) jubelt mit seinen Teamkollegen über das Tor zum 1:1. Bild: Uwe Anspach

Die Flasche, die Julian Nagelsmann aus Wut über den Ausgleich hinter die Trainerbank feuern wollte, landete dann auch noch auf den Zuschauerrängen und traf einen Mann direkt am Kopf. Irgendwie typisch für diesen Tag, an dem viel daneben ging für 1899 Hoffenheim.

Mit der 1:3 (1:0)-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach endete am Samstag die lange Heimserie der Kraichgauer in der Fußball-Bundesliga. Und zum siebten Mal in dieser Saison konnte die TSG einen 1:0-Vorsprung nicht in einen Sieg umwandeln.

Nagelsmann eilte jedenfalls direkt dem Schlusspfiff auf die Haupttribüne der Rhein-Neckar-Arena und entschuldigte sich für seinen Fauxpas bei dem Herrn, der allerdings offensichtlich unverletzt blieb. „Es tut mir leid. Das war eine dumme Aktion, die mir nicht passieren darf - und auch nicht mehr passieren wird”, sagte der 30-Jährige später.

Thorgan Hazard hatte in der 61. Minute den Führungstreffer von Kerem Demirbay (25.) ausgeglichen, ehe noch Matthias Ginter (79.) und Jannik Vestergaard (82.) trafen. Zuvor war Hoffenheim zuhause in 22 Spielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage gegen Schalke 04 stammte vom letzten Spieltag der Saison 2015/2016.

„Das war eine tolle Energieleistung”, lobte Gladbachs Chefcoach Dieter Hecking seine Mannschaft. „Wir wollten Leverkusen noch ein Stück weiter vergessen lassen.” Auch Nagelsmann sprach von einem „verdienten Sieg” der Gäste. Eine Woche nach dem 1:5 gegen Bayer überzeugte die Borussia vor 30 150 Zuschauern durch die Bank und zog mit diesem Erfolg in der Tabelle an Hoffenheim vorbei auf Rang sechs.

Vor der Europa-League-Partie bei Istanbul Basaksehir am Donnerstag hatte das Team von Chefcoach Julian Nagelsmann viel Mühe mit den angriffsfreudigen Gästen. 1899 gewann von den vergangenen sieben Spielen im Liga-Alltag, DFB-Pokal und Europacup nur eines.

Die Gladbacher begannen mit viel Druck. Einen Konter über Jonas Hofmann hätte Hazard beinahe zur Führung eingeschoben. Hofmann verdrehte sich bei der Aktion das Knie und musste bereits nach einer Viertelstunde durch Patrick Herrmann ersetzt werden.

Mit ihrem klugen Umschaltspiel hielt die Borussia die Gastgeber in Atem. Der Ex-Hoffenheimer Vincenzo Grifo, etwas überraschend in der Anfangself und mit einem hervorragenden Auftritt, traf mit einem Schlenzer den Pfosten (21.). Die Hoffenheimer hatten lange Mühe, ihr Spiel aufzuziehen. Am besten klappte das noch, wenn sich Nico Schulz über links einschaltete: Ein schönes Zuspiel des Neuzugangs aus Gladbach konnte Mark Uth nicht nutzen. Dann aber nahm Demirbay an der Strafraumgrenze Maß, nachdem Nico Elvedi eine Schulz-Flanke zu kurz abgewehrt hatte, und düpierte Torwart Yann Sommer mit dem 1:0.

Auch für Uth war die Partie frühzeitig beendet: Der Torjäger musste wegen einer Oberschenkelzerrung nach 35 Minuten raus. Kurz zuvor hatte Keeper Oliver Baumann gerade noch einen Freistoß von Grifo aus dem Winkel gekratzt.

Auch nach der Pause erinnerte die flotte Partie an das 5:3 aus der vergangenen Saison. Hoffenheims Hintermannschaft geriet schnell wieder in Bedrängnis. Nach einer Grifo-Flanke hielt der Belgier Hazard aus spitzem Winkel drauf und wurde mit dem Ausgleich belohnt. Ginter nach einer feinen Vorarbeit erneut von Grifo und Vestergaard per Kopf ließen dann mit ihren Treffern die Gastgeber ganz schlecht aussehen. „Am Ende war Gladbach einfach besser”, räumte Baumann ein.

(Von Ulrike John, dpa)

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