26.08.2017 03:30 | Harald Joisten

Frankfurt Skyliners: Endlich wieder Hoffnung für Daniel Mayr

Frankfurt Im Sommer 2016 wechselte das große Center-Talent vom FC Bayern zu den Fraport Skyliners. Ein Spiel bestritten hat er noch nicht.

Skyliners-Center Daniel Mayr mit einem Fan
Skyliners-Center Daniel Mayr mit einem Fan Bild: Salome Roessler

Hoffnung ist ein großes Wort. Daniel Mayr hatte sie fast ein bisschen verloren. Immer wieder musste der 2,18-Meter-Hüne sein Comeback im Profi-Basketball verschieben. Immer wieder wurde der längste Profi in der 18-jährigen Club-Geschichte der Fraport Skyliners auf die Geduldsprobe gestellt. Erst nach anderthalb Jahren Zwangspause gibt es nun Hoffnung auf eine Rückkehr. Eine Kernspintomographie ergab kürzlich, dass sein zweifach operiertes Knie wieder gesund ist. „Das Knie könnte nicht besser sein. Der Knorpel hat sich regeneriert“, freut sich der 22 Jahre alte Centerspieler, der seinem Vater in vielen Dingen ähnelt: Rolf „Bibo“ Mayr gilt mit 2,22 Metern als größter Mensch Deutschlands. Und der gebürtige Frankfurter war ebenfalls ein erfolgreicher Basketballer. „Bibo“ spielte bis zum Alter von 22 Jahren für Eintracht Frankfurt (bis 1986) und kam später auf drei Einsätze im Nationalteam.

Der Größte Deutschlands

Am kommenden Montag wird Rolf Mayr 53 Jahre alt. Er würde sich sehr freuen, sollte sein Sohn in naher Zukunft endlich wieder in der Bundesliga auflaufen können. Seit dem Frühjahr 2016 ist Daniel Mayr außen vor. Er, das große Talent, das in jungen Jahren sämtliche deutsche Nachwuchs-Nationalmannschaften durchlief und das schon als 20-Jähriger beim Bundesliga-Team des FC Bayern auf regelmäßige Kurzeinsätze kam. Bis ihn die Knieverletzung stoppte. Am 9. Mai 2016 wurde Mayr wegen einer Kniegelenksverletzung (Patellaluxation) operiert. Gerissene Bänder wurden zusammengenäht. Alles schien gut zu verlaufen. Mayr wechselte im Sommer 2016 zum Bundesliga-Rivalen Fraport Skyliners, unterschrieb bei den Frankfurtern bis 2020 und sollte dort eine bedeutende Rolle einnehmen. Ein Spiel bestritten hat er jedoch seitdem noch nicht. Das Knie machte weiter Probleme. „Es gab wohl einen Diagnosefehler. Die operierten Bänder waren zu ausgeleiert“, erinnert sich Mayr. „Dadurch verrutschte die Kniescheibe in der Reha nach links und beschädigte in den folgenden Monaten den darunter liegenden Knorpel.“ Es bildete sich ein Knochen-Ödem mit Flüssigkeit. Erst eine Untersuchung im Februar bei Hans Müller-Wohlfahrt brachte Klarheit. Zwar brachte auch die erste Therapie-Maßnahme des bekannten Bayern-Arztes keinen Erfolg. „Wir hatten es zunächst mit Krafttraining versucht. Aber das klappte nicht.“ Aber eine weitere Operation am 22. Mai beseitigte die Probleme.

Seitdem ist Mayr weitgehend schmerzfrei und wieder bester Dinge. „Der Knochen wurde angebohrt, die Kniescheibe fixiert und die Folgereaktionen behoben.“ Natürlich gibt es noch eine muskuläre Dysbalance. „Aber das Problem ist behoben. Das ist eine große Erleichterung.“ Im Oktober will Mayr wieder mit dem Individual-Training beginnen. Und wenn das Knie mitmacht, noch in diesem Jahr sein Debüt für die Skyliners geben. „Mein Plan ist, Ende November/Anfang Dezember wieder in den Spielbetrieb einzusteigen“, sagt Mayr. Er hat gelernt, sich in Geduld zu üben. „Ob November, Dezember oder Januar ist mir eigentlich egal. Hauptsache, ich stehe überhaupt wieder auf dem Feld.“ Da er „ein harter Arbeiter“ sei, ist er „sehr zuversichtlich“. Und überzeugt, seinem neuen Team helfen zu können. „Ich habe bei den Bayern Erfahrung gesammelt. Spieler wie John Bryant, Jan Jagla und Deon Thompson haben mir sehr viel beigebracht.“ Neben Spielpraxis will er auch an Gewicht zulegen. Nach der ersten Operation wog Mayr nur noch 98 Kilo. Nicht viel für einen Spieler, der nach eigener Aussage „exakt zwei Meter siebzehneinhalb groß ist“. Inzwischen hat er 20 Kilo zugelegt und will sich „auf Dauer zwischen 125 und 133 Kilo einpendeln – je nachdem, wie es sich auf meinen Körper auswirkt“. Dann kann er auch kräftige Center-Gegenspieler besser verteidigen. Und den Skyliners endlich auf dem Platz helfen.

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