27.09.2017 03:30 | Harald Joisten

Fraport Skyliners: Skyliners: „Jungs in einer Männer-Liga“

Frankfurt Die Zuversicht ist zurück. Vor dem Bundesliga-Start der Frankfurter Basketballer am Freitag in Jena gibt Trainer Herbert doch noch ambitionierte Ziele aus.

Auf ihn wird einiges ankommen: Der australische Nationalspieler Tai Webster (Mitte) soll das Spiel der Skyliners lenken.
Auf ihn wird einiges ankommen: Der australische Nationalspieler Tai Webster (Mitte) soll das Spiel der Skyliners lenken. Bild: Fotograf Peter Kolb (imago sportfotodienst)

Irgendetwas muss passiert sein bei den Fraport Skyliners in den vergangenen Tagen. Etwas positives. Denn urplötzlich legte Trainer Gordon Herbert gestern seine Zurückhaltung ab und gab doch noch ambitionierte Ziele für die am Freitag beginnende Bundesliga-Saison aus. „Nach der Hinrunde wollen wir unter den ersten sieben Teams stehen, damit wir für das deutsche Pokal-Viertelfinale qualifiziert sind“, sagte der Kanadier. Und legte nach: „Am Ende der Hauptrunde wollen wir die Play-offs erreichen.“ Das überrascht insofern, als der Meister-Coach von 2004 bis vor kurzem wegen der holprig verlaufenen Saisonvorbereitung die Play-offs nicht wirklich für realisierbar hielt. „Wir haben sehr gut trainiert in den vergangenen zwei Wochen“, begründete der erfahrene Coach seinen Stimmungswandel. „Speziell seit Shawn Huff nach der EM zurückgekehrt ist.“

Und so gehen die Frankfurter Basketballer mit einer gewissen Zuversicht in die Auftaktpartie am Freitag (20.30 Uhr/Telekom) bei Science City Jena. Ein guter Start wäre wichtig, da die Frankfurter in den ersten sechs Spielen mit Jena, Göttingen, Ludwigsburg, Braunschweig, Weißenfels und Bayreuth durchaus schlagbaren Teams begegnen. Sollte die Bilanz danach nicht positiv sein, droht ein Saison-Fehlstart. Denn danach folgen in Serie die Topteams Bayern, Oldenburg, Bamberg und Ulm.

Die Teamchemie scheint jedenfalls bereits zu stimmen. Das beteuern Spieler und Trainer unisono. „Wir haben eine tolle Mixtur. Es ist wohl charakterlich die beste Gruppe an Spielern, die ich je betreut habe“, sagte der 58-jährige Herbert, der seine zehnte Saison als Trainer der Skyliners bestreitet. Für Geschäftsführer Gunnar Wöbke ist die 19. Bundesliga-Saison der Vereins-Historie „eine der spannendsten“. Das liegt an einigen jungen deutschen Talenten, die noch mehr in den Fokus rücken. Allen voran der erst 17-jährige Isaac Bonga, der zunächst die Nummer zwei auf der Spielmacher-Position hinter dem australischen Nationalspieler Tai Webster (22) ist, sich aber selbstbewusst in die Startformation der Frankfurter hocharbeiten will. Das betrifft den 19-jährigen Richard Freudenberg auf der Flügelposition sowie Power Forward Niklas Kiel (20), der allerdings wegen einer Gehirnerschütterung auf unbestimmte Zeit ausfallen wird.

Fünf mal niedrigerer Etat

Neu im Team ist neben Webster und Freudenberg noch der erfahrene deutsche Center Jonas Wohlfarth-Bottermann (27), der in der Vorbereitung überzeugen konnte und den bisherigen Stamm-Center Mike Morrison (USA/28) aus der Stammformation verdrängen könnte. Zudem kehrte der kanadische Nationalspieler Philip Scrubb nach einem Jahr Verletzungspause nach Frankfurt zurück. Der 24-jährige Guard war in der Vorbereitung der mit Abstand beste Akteur und trägt die großen Hoffnungen der Skyliners. Gemeinsam mit dem Finnen Huff (33), US-Kapitän Quantez Robertson, der vor seiner neunten Saison in Frankfurt steht, und dem 20-jährigen Garai Zeeb hat der Zehner-Kader der Skyliners ein Durchschnittsalter von 24 Jahren.

Viel wird davon abhängen, ob die Mannschaft verletzungsfrei bleibt, wie sich die jungen Spieler entwickeln und ob der erst 22-jährige Spielmacher Webster das Team besser machen kann. „Einige unserer jungen Spieler sind noch keine Männer, das sind noch Jungs. Aber sie spielen in einer Männer-Liga“, beschreibt Herbert die Herausforderung für seinen Nachwuchs.

Mit ihrem unveränderten Budget von rund vier Millionen Euro sind die Skyliners in der Bundesliga längst keine große Nummer mehr. Die Top-Teams Bamberg und FC Bayern München werden auf rund 20 Millionen Euro geschätzt.

Die ersten zehn Spiele der Skyliners: Freitag, 29. September (20.30 Uhr): Jena – Frankfurt, Dienstag, 3. Oktober (15 Uhr): Frankfurt – BG Göttingen, Sonntag, 8. Oktober (19.15 Uhr): Ludwigsburg – Frankfurt, Mittwoch, 11. Oktober (19 Uhr): Frankfurt – Braunschweig, Sonntag, 15. Oktober (17.30 Uhr): Weißenfels – Frankfurt, Sonntag, 22. Oktober (17.30 Uhr): Frankfurt – Bayreuth, Samstag, 28. Oktober (20.30 Uhr): FC Bayern – Frankfurt, Sonntag, 5. November (17.30 Uhr): Frankfurt – Oldenburg, Sonntag, 12. November (19.15 Uhr): Bamberg – Frankfurt, Samstag, 18. November (18 Uhr): Frankfurt – Ulm.

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